Monatsarchiv für Mai 2010

Konzept “Offene Gärten”

In den letzten Jahren hat sich die Kleingartenkolonie POG bereits erheblich verändert. Durch die Notwendigkeit, sich gegen eine existenzgefährdende Park-und Sportplanung auf dem Gleisdreieck zu behaupten, hat die Kolonie einen sozialen,

kulturellen und politischen Öffnungsprozess erlebt: sie ist heute mit ihren Vertretern in der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe zum Gleisdreieckpark, in der AG Gleisdreieck und in der AG Kleinstlandwirtschaft vertreten, hat an vier Runden Tischen mit Vertretern des BezAmtes Kreuzberg-Friedrichshain, des LSB und des Senats für Stadtentwicklung teilgenommen und eine breite und rege Öffentlichkeitsarbeit entfaltet. Dieses bürgerschaftliche, kreative, soziale und partizipative Engagement wird auch weiter bestehen, wenn die Kolonie in ihrem Bestand gesichert werden sollte.

Durch diese öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten und die im letzten Jahr eröffnete große Beachvolleyball – Anlage in unmittelbarer Nachbarschaft ist die Kleingarten- Anlage bereits jetzt zu einem beliebten Naherholungsgebiet für Spaziergänger und Jogger geworden. Ein weiterer wichtiger Schritt der angestrebten Öffnung ist die mit der Grün Berlin GmbH abgestimmte Einrichtung eines Marktplatzes als räumliches Symbol der Öffnung und Begegnungsort für Parkbesucher und Kleingärtner. Saisonale Produkte (Sämereien, Pflanzen, Kräuter, Blumen, Kompott, Marmeladen usw.) können hier getauscht, überschüssiges Obst verteilt werden, andere Gartenprojekte wie z. B. der Rosengarten der bosnischen Frauen können sich hier vorstellen, verschiedene Generationen finden hier einen ruhigen, naturnahen und trotzdem urbanen Ort der Begegnung.

Mit ABO Grün gGmbH, einem gemeinnützigen Orientierungs-und Berufsbildungsprojekt für ehemals suchtgefahrdete junge Erwachsene, ist der Kleingartenkolonie “Potsdamer Güterbahnhof” (POG) Seite 2 von 2 Bau eines Blühkräutergartens in der Nähe unseres Vereinshauses, ein Sommerblumengarten und ein Heilkräuterpfad durch und entlang der
Kleingartenkolonie verabredet. Dadurch soll der Naherholungswert für die Anwohner erhöht werden. Wie in manchen Interkulturellen Gärten schon umgesetzt, ist ein Lehmofen als besonderer Markstein in der Nähe des
Vereinshauses geplant.

Als weiterer Schritt ist in Zusammenarbeit mit ABO Berlin ein öffentlicher Lehrgarten geplant, falls eine geeignete Parzelle frei werden sollte. Der Verein veranstaltet nicht nur jedes Jahr ein öffentliches Kinderfest, er nimmt mit Führungen und Kinder -Gartenrallyes am Langen Tag der Stadtnatur teil, ebenso an der “Magistrale”, dem Fest um die Potsdamer Strasse herum. Das Wandelkonzert im September 2009 durch ausgewählte Gärten der Kolonie war mit weit über hundert Besuchern ein großer Erfolg. Nicht nur der naturpädagogische und soziale, auch der künstlerische Aspekt dieses innerstädtischen Vereinsareals soll ausgebaut werden. Die POG hat bereits an einem innovativen Theater -Projekt des Hau (Hebbel am Ufer) teilgenommen, dieses Jahr gibt es eine Zusammenarbeit mit der sehr erfolgreichen Künstlergruppe “La Chose” unter dem Titel “The village” und einen Beitrag bei “Petscha Kutscha” im Festsaal Kreuzberg während der Berliner Designertage.
Klaus Trappmann, 1. Vorsitzender der Kleingartenkolonie POG

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admin am 25. Mai 2010 in Allgemein

Bedeutung der Kleingartenkolonie POG für das Stadtklima

Wir leben bekanntlich in Zeiten des Klimawandels. Der Umgang damit erfordert Anstrengungen im Großen, aber auch im Kleinen. In diesem Zusammenhang hat Gärtnern Zukunft, wie es der Tagesspiegel einmal ausgedrückt hat. Überhitzte Städte brauchen MEHR klimaaktive Grünflächen — und eine davon ist unsere Kolonie !

Speziell Bäume haben eine positive Wirkung auf das Mikroklima. Wichtige Stichworte sind hier Schatten und, wegen der großen Blattfläche, Luftaustausch und Feuchtigkeit.

Die Kleingartenkolonie POG hat einen wesentlichen Einfluss auf das Mikroklima des angrenzenden Siedlungsraumes bis zur Potsdamer Straße und darüber hinaus. Dies ist den nachfolgend zusammengestellten Grafiken auf Basis des digitalen Umweltatlas der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz zu entnehmen.

Die dargestellten Ausschnitte zeigen z.B. die Kaltluft, wie sie in austauscharmen Sommernächten die Umgebung kühlt (Kaltluftvolumenstrom berechnet mit dem Klimamodell „FITNAH“). Dabei wird die aktuelle Vegetation einschließlich der Bäume berücksichtigt.

Demzufolge sind speziell die Flächen der Kleingartenkolonie POG und die umgebenden Bäumreihen als Grün- und Freifläche mit sehr hoher stadtklimatischer Bedeutung eingestuft. Daraus resultiert für diese Flächen die höchste Empfindlichkeit gegenüber einer Nutzungsintensivierung.

Es ist davon auszugehen, dass eine Vernichtung der aktuellen Vegetation und deren Belegung mit Fußballplätzen, wie es immer noch von Teilen der angrenzenden Bezirke und des Landessportbundes gefordert wird, die klimatische Funktion dieser Fläche bedenklich beeinträchtigen würde.

Martin Krause, 30.05.2010

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admin am 24. Mai 2010 in Allgemein